Warum Produkttexte im Shop überhaupt ein Problem sind
Bei zwanzig Artikeln schreibt man die Texte von Hand. Bei zweitausend nicht mehr. Genau da stecken die meisten Shops fest: Die Produkte sind importiert, die Daten stimmen, aber Meta-Title, Beschreibung und Alt-Texte fehlen – und niemand hat die Wochen, das nachzuholen.
Die Folge sieht man in jedem Audit. Google zeigt für hunderte Produktseiten dasselbe abgeschnittene Snippet aus der Herstellerbeschreibung. Identische Texte über viele Varianten hinweg. Bilder ohne Alt-Text, die weder in der Bildersuche auftauchen noch für Screenreader nutzbar sind. Kategorien ohne einen einzigen eigenen Satz.
Das ist kein Schönheitsfehler. Ein Produkt ohne eigenen Text konkurriert mit hunderten Shops, die exakt dieselbe Herstellerbeschreibung verwenden – und verliert gegen den, der etwas Eigenes geschrieben hat.
Was KI hier gut kann – und was nicht
KI ist gut in dem, was Fleißarbeit ist: aus vorhandenen Daten einen sauberen, lesbaren Text in gleichbleibender Tonalität formulieren, in der richtigen Länge, ohne Tippfehler, tausendfach. Meta-Descriptions in 150 bis 160 Zeichen. Produktbeschreibungen, die Eigenschaften in Sätze übersetzen. Alt-Texte, die beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist. FAQ-Blöcke aus wiederkehrenden Kundenfragen.
Schlecht ist KI in allem, was sie nicht wissen kann. Sie kennt Ihre Lieferzeiten nicht, Ihre Zertifikate nicht, Ihre Erfahrung mit dem Artikel nicht. Wenn Sie ihr diese Angaben nicht geben, erfindet sie im Zweifel etwas Plausibles – und plausibel Falsches ist im Handel teurer als gar nichts, denn es steht als Aussage auf Ihrer Produktseite.
Die Qualität generierter Texte hängt fast vollständig an der Qualität Ihrer Produktdaten. Wer gepflegte Eigenschaften, Hersteller, Kategorien und Maße hat, bekommt brauchbare Texte. Wer nur einen Artikelnamen hat, bekommt Geschwafel. Datenpflege ist deshalb kein Nebenschauplatz, sondern die Voraussetzung.
Ein Vorgehen, das sich bewährt hat
Erst messen, dann generieren. Verschaffen Sie sich einen Überblick, wo tatsächlich etwas fehlt: Wie viele Produkte haben keinen Meta-Title, wie viele keine Description, wie viele Bilder keinen Alt-Text? Diese Zahl ist gleichzeitig Ihre Erfolgskontrolle für später.
Mit einer kleinen Stichprobe anfangen. Nehmen Sie zehn Produkte aus einer Kategorie, generiere die Texte und lies sie wirklich. Stimmt die Tonalität? Wird geduzt oder gesiezt, wie im Rest des Shops? Kommen Behauptungen vor, die Sie nicht belegen können? Erst wenn die Stichprobe sitzt, lohnt sich der große Durchlauf.
Den Markennamen mitgeben. Ein generierter Meta-Title ohne Shopnamen verschenkt Wiedererkennung in den Suchergebnissen. Das ist eine einmalige Einstellung mit dauerhafter Wirkung.
Kategorien nicht vergessen. Kategorieseiten ranken oft besser als einzelne Produkte, weil sie den allgemeineren Suchbegriff bedienen. Sie sind meist die größte ungenutzte Reserve im Shop.
Alles rückgängig machen können. Vor jedem Massenlauf brauchen Sie einen Weg zurück. Ohne Sicherung ist eine Generierung über 3.000 Produkte ein Vorgang, den Sie nicht mehr korrigieren können.
Alt-Texte: Pflicht, nicht Kür
Alt-Texte werden gern als SEO-Detail behandelt. Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz sind sie für Onlineshops im B2C aber schlicht Pflicht: Wer ein Bild ohne Textalternative ausliefert, macht seinen Shop für Menschen mit Screenreader unbrauchbar.
Praktisch ist das die dankbarste Aufgabe für Automatisierung, weil ein Alt-Text kurz, beschreibend und aus Produktdaten gut ableitbar ist. Beschreibe, was zu sehen ist, statt Schlagworte aneinanderzureihen – ein Alt-Text ist kein Ort für Keywords, sondern für die Information, die dem Bild entspricht.
Wie Sie verhinderst, dass es nach KI klingt
Generierte Texte haben typische Marotten: Superlative ohne Beleg, Dreierketten aus Adjektiven, Sätze, die viel sagen und nichts behaupten. Dagegen hilft weniger Technik als Vorgabe.
Geben Sie der Generierung die Regeln mit, die für Ihren Shop gelten: keine Superlative, keine Versprechen zu Lieferzeit oder Verfügbarkeit, Anrede und Tonalität festgelegt, Länge begrenzt. Und lies bei jedem größeren Durchlauf eine Stichprobe gegen – nicht alles, aber genug, um Muster zu erkennen.
Ein Text, der kürzer ist und eine konkrete Information transportiert, schlägt jeden wohlklingenden Absatz ohne Inhalt. Das gilt für Menschen wie für Suchmaschinen.
Was Sie danach messen sollten
Neue Texte wirken nicht am nächsten Tag. Google muss die Seiten neu crawlen, und die Wirkung zeigt sich zuerst nicht in Platzierungen, sondern in der Klickrate: Ein besserer Meta-Title bringt bei gleicher Position mehr Besucher.
Behalten Sie deshalb in der Search Console im Blick, wie sich Impressionen und Klickrate für die betroffenen Seiten entwickeln, und schau nach vier bis sechs Wochen erneut. Parallel lohnt der Blick auf die Zahl der Seiten mit vollständigen Angaben – das ist die Kennzahl, die Sie direkt beeinflusst.
Fazit
Produktbeschreibungen mit KI zu erstellen ist keine Abkürzung um gute Inhalte herum, sondern ein Weg, überhaupt erst auf ein vollständiges Niveau zu kommen. Für Shops mit vielen Artikeln ist es meist die einzige realistische Möglichkeit, jeder Seite einen eigenen Text zu geben.
Entscheidend sind drei Dinge: gepflegte Produktdaten als Grundlage, klare Vorgaben statt freier Textproduktion, und ein Weg zurück für den Fall, dass ein Massenlauf nicht das liefert, was Sie wolltest.
Genau darauf habe ich mein Plugin für Produktbeschreibungen mit KI ausgelegt: Es misst zuerst, was fehlt, generiert aus Ihren eigenen Produktdaten, kann Alt-Texte und FAQs gleich mit erledigen und sichert vor jedem Durchlauf den alten Stand. Wenn Sie parallel die technischen Grundlagen prüfen wollen, finden Sie sie in meinem Artikel zu Shopware SEO.
Produkttexte für Ihren Shop?
Sagen Sie mir, wie viele Artikel Ihr Shop hat und was davon Texte braucht – ich sage Ihnen, was sich automatisieren lässt und was Sie besser selbst schreiben.